10.04.2019

Dynamisches Arbeiten mit flexibler Zutrittsorganisation

Der Hauptsitz der Merck KGaA in Darmstadt mit moderner elektronischer Schließanlage

Das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt hat seinen Hauptsitz in Darmstadt. Die Zentrale der Merck KGaA wurde zum Teil mit einem elektronischen Schließsystem modernisiert, um so die Anforderungen einer modernen dynamischen Arbeitswelt zu erfüllen. Flexibilität und Komfort in der Verwaltung und täglichen Anwendung zeichnen die Zutrittsorganisation mit der neuen elektronischen Schließanlage aus. Das elektronische und das mechanische System laufen parallel und ergänzen sich dadurch ideal.


Die Merck KGaA ist ein global agierendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Von Medikamenten und Therapien für die moderne Medizin über Nahrungsmittel- und Umweltanalysen bis hin zu neuen, innovativen Materialien für Architektur und Technik: Merck entwickelt Produkte, die annähernd jeden Lebensbereich betreffen. Im Jahr 1668 von Friedrich Jacob Merck in Darmstadt gegründet, ist die Merck KGaA heute wegweisend im pharmazeutisch-chemischen Bereich. Das Unternehmen beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 12.800 in Deutschland. In Darmstadt befindet sich der Sitz der Merck KGaA, der Dachgesellschaft für die operativen Geschäfte der Merck-Gruppe. 2018 feierte Merck sein 350-jähriges Firmenjubiläum. Zu diesem Anlass passt die Teilmodernisierung des Firmenhauptsitzes mit einer elektronischen Schließanlage.

 

Neben der mechanischen Schließanlage bestand bereits ein elektronisches System mit etwa 1.000 Zylindern. Dieses wurde nun ersetzt und außerdem enorm erweitert. Im Laufe der letzten 5 Jahre wurden hier sukzessive bereits etwa 6.000 elektronische Schließeinheiten eingebaut. Eine elektronische Schließanlage ist aufgrund der häufigen Fluktuation der Büroräume eine sinnvolle Alternative zur Mechanik, denn bestimmte Abteilungen wechseln in regelmäßigen Abständen die Büroräumlichkeiten innerhalb des Gebäudekomplexes. Mit der Verwaltungssoftware Keyvi von Uhlmann & Zacher ist die flexible Anpassung der Berechtigungen möglich und damit eine schnelle Reaktion auf Änderungen. Auch bietet das System einen Komfortgewinn, da die Berechtigungen ganz einfach vom Computer aus per Mausklick geändert werden.

 

Insgesamt umfasst die Schließanlage von Merck am Firmenhauptsitz etwa 35.000 Zylinder. Es handelt sich bei dem Objekt um eine Kombination aus mechanischer und elektronischer Anlage, welche sich gegenseitig ergänzen und somit eine optimale Zutrittskontrolle garantieren. Wichtig bei der Umsetzung war den Verantwortlichen vor allem eine kompetente Beratung und Begleitung durch das Projekt. Die Firma Georg Jungblut-Sicherheitstechnik hat Merck von der Planung bis zur Umsetzung des Mammutprojektes begleitet. Durch eine entsprechende Schulung wurden die Systemverwalter bei Merck auf die Verwendung des neuen Schließsystems vorbereitet.

 

Von den etwa 6.000 bereits eingebauten elektronischen Schließeinheiten entfallen etwa 4.000 Einheiten auf elektronische Knaufzylinder, Doppelknaufzylinder und Halbzylinder. Letztere werden unter anderem in der Variante als Vorhangschloss genutzt. Außerdem kommen elektronische Türdrücker und Türbeschläge zum Einsatz, die durch eine große Artikelvielfalt maximale Flexibilität bieten. Das elektronische Schließsystem beschränkt sich jedoch nicht nur auf Türen und Tore, auch Mobiliar kann in das System integriert werden. So wurden durch elektronische Schrankschlösser ebenfalls Spinde und Schränke elektronisch gesichert und können per Mausklick in der Software Keyvi verwaltet werden.

 

Die Besonderheiten des Objekts liegen jedoch vor allem in der Software. Diesbezüglich weist der Firmensitz einige spezielle Eigenschaften auf. In der Software von Uhlmann & Zacher wird beispielsweise im Normalfall an den Lesegeräten die Seriennummer des Transponders gelesen, zu der die entsprechenden Berechtigungen in der Software Keyvi hinterlegt sind. Auf diese Weise wird geprüft, ob der Zutritt gewährt wird oder nicht. Für Merck hat Uhlmann & Zacher jedoch einige Veränderungen an der Software zur Individualisierung vorgenommen. So sind bei diesem Objekt die Berechtigungen nicht an die Seriennummer des Transponders gekoppelt, sondern an die auf dem Ausweis gespeicherte Personalnummer. Es wird also auf jedem Mitarbeiterausweis, der auch als Transponder fungiert, die jeweilige Personalnummer hinterlegt, mit der wiederum in der Software Keyvi die jeweilige Berechtigungsgruppe am Lesegerät abgefragt werden kann. Es handelt sich somit um eine Schnittstelle zur Personalverwaltung mit vielen Vorteilen zur effizienteren Handhabung. Die Mitarbeiterausweise sind Karten mit der Transpondertechnologie MIFARE® DESFire®. Diese Technologie erfüllt die neuesten Sicherheitsstandards und ist auch deshalb die bevorzugte Transpondertechnologie von Uhlmann & Zacher.

 

Da alle elektronischen Mitarbeiterausweise erst noch von MIFARE Classic® auf MIFARE® DESFire® umgestellt werden mussten, entwickelte Uhlmann & Zacher auch hier eine Speziallösung. Es wurde zu diesem Zweck ein Tool geschrieben, um die Daten sicher zwischenspeichern zu können. Auf diese Weise konnten die Daten zuverlässig von den alten Ausweisen auf die neuen übertragen werden. Die Mitarbeiterausweise werden zudem in Verbindung mit Drittsystemen zur Zeiterfassung und Kantinenabrechnung genutzt.

 

In der Tat wurden bereits knapp 26.000 Transponder ausgegeben, von denen etwa 15.000 eine elektronische Berechtigung besitzen und damit von den Mitarbeitern auch zur Zeiterfassung und Kantinenabrechnung genutzt werden können. Die Zahl der elektronischen Schließeinheiten bei Merck wächst derweil in einem enormen Tempo – so wurden 2018 etwa 2.000 bis 3.000 Schließzylinder in nur einem Jahr montiert und ins System aufgenommen.

 

Jede Transponderkarte ist einer Gruppe zugeordnet, die mit individuellen Berechtigungen ausgestattet ist. Die Verwaltung der elektronischen Schließanlage wird nach einer entsprechenden Schulung durch Georg Jungblut-Sicherheitstechnik von Mitarbeitern des Unternehmens selbst mithilfe der Software Keyvi vorgenommen. Mit der Verwaltungssoftware können Berechtigungen flexibel geändert werden. Auch können beispielsweise verlorene Transponder gesperrt und neue Berechtigungen schnell und unkompliziert auf einen anderen Transponder umgeschrieben werden.

 

Auch Fremdfirmen und externe Personen, die beispielsweise nur einen Tag im Objekt zugegen sind, erhalten einen Ausweis und werden dadurch in der Software erfasst. Sie werden sodann einer Gruppe im System zugeschrieben und mit den entsprechenden Berechtigungen ausgestattet. So erhalten sie flexibel und unkompliziert in den entsprechenden Firmenbereichen Zutritt. In diesem Sinne ist eine weitere Besonderheit des Objekts, dass neben den bereits standardmäßig nutzbaren 296 Gruppen, die fast alle in Nutzung sind, auch ein großer Teil der zusätzlich möglichen 5.000 Extra-Gruppen genutzt wird. Aktuell sind dies etwa 3.500 Extra-Gruppen. So kann im Grunde jede notwendige Berechtigungsgruppe abgebildet werden. Dadurch wurden im vergangenen Jahr insgesamt 220.000 elektronische Berechtigungen vergeben, sowohl Einzel- als auch Gruppenberechtigungen.

 

Ebenfalls kann schnell auf einen Transponderverlust reagiert werden. Sobald ein Transponderverlust gemeldet wird, kann der betreffende „Schlüssel“ in der Software gesperrt werden. Anschließend werden die Berechtigungen auf einen neuen Transponder geschrieben und dieser ausgehändigt. Einem Missbrauch der Zugangsberechtigungen auf dem verlorenen Transponder kann somit zuvorgekommen werden.

 

Insgesamt wurden bereits 167 Gebäude teilweise von einer mechanischen auf eine elektronische Schließlösung umgerüstet beziehungsweise das bestehende ältere elektronische Schließsystem ersetzt. Die elektronische Schließanlage von Uhlmann & Zacher macht die Schließsystemverwaltung von Merck besonders flexibel. Eine schnelle und zeitnahe Anpassung der Berechtigungen ist jederzeit möglich. Auf diese Weise kann das gesamte Schließsystem entsprechend dem Sicherheitskonzept sowie tagesaktuellen Anforderungen ausgerichtet werden. Flexibilität und Sicherheit schließen sich jedoch nicht aus: die Verantwortlichen sind sehr flexibel, trotzdem werden höchste Sicherheitsstandards erfüllt. Ein regelmäßiger Wechsel der Räumlichkeiten stellt kein Problem mehr dar, wodurch auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Abteilungen ideal eingegangen werden kann. Durch die elektronischen Schließeinheiten wird die bereits vorhandene mechanische Schließanlage also ideal ergänzt.

 

Ein weiteres Ziel war es, das elektronische Schließsystem für alle Mitarbeiter sowie für externe Personen so anwenderfreundlich wie möglich zu gestalten. So können die elektronischen Schließzylinder, Türdrücker/Türbeschläge, Programmierterminals und Schrankschlösser intuitiv genutzt werden und die Umgewöhnungsphase von Mechanik auf Elektronik konnte somit reibungslos ablaufen. Die gesamte Schließanlage ist durch die Teil-Umrüstung und das bedarfsorientierte Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik optimal auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt eingestellt.

 

Das hohe Maß an Flexibilität in der Anwendung bei einer elektronischen Schließanlage überzeugte die Verantwortlichen von Merck. Das Unternehmen nutzt in Summe alle Möglichkeiten, die die Verwaltungssoftware Keyvi einem Anwender bietet. Die bereits vorhandene Software von Uhlmann & Zacher wurde auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten, weitere Anpassungen der Software sind denkbar. Auch der enorme Komfortgewinn und die gewonnene Flexibilität sprechen für sich.

 

Das elektronische System wird auch weiterhin Stück für Stück erweitert. Nach dem Abschluss der Umrüstung am Firmenhauptsitz in Darmstadt sowie an zwei anderen Standorten sind weitere Projekte dieser Art an Standorten des global tätigen Unternehmens denkbar. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Uhlmann & Zacher und Georg Jungblut-Sicherheitstechnik soll in diesem Sinne fortgeführt werden.

 

Quelle: GIT SICHERHEIT, Ausgabe 4/2019, www.git-sicherheit.de

Bild: Merck KGaA

 

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